Alzheimer-KrankheitAPOE-GenotypBlut-Hirn-SchrankeDarm-Hirn-AchseDarmpermeabilität

Erhöhte Werte des Lipopolysaccharid-bindenden Proteins bei Alzheimer-Patienten mit dem APOE3/E3-Genotyp, nicht jedoch bei denen mit dem APOE3/E4-Genotyp

Warum dies für Ihre Darmgesundheit wichtig ist

Die Darmpermeabilität und das Eindringen bakterieller Endotoxine (LPS) in den Blutkreislauf werden zunehmend mit chronischen Entzündungen und Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht. Bislang hatte jedoch noch keine Studie untersucht, ob der stärkste bekannte genetische Risikofaktor für Alzheimer – der APOE-Genotyp – diesen Zusammenhang zwischen Darmpermeabilität und Alzheimer beeinflusst. Dies zu verstehen ist von entscheidender Bedeutung, da APOE4-Träger bereits ein 4- bis 12-mal höheres genetisches Risiko aufweisen, während APOE3/E3-Träger (mit geringerem genetischen Risiko) Alzheimer möglicherweise über andere Wege entwickeln, beispielsweise durch eine vom Darm ausgehende Entzündung. Sollte eine durch LBP ausgelöste Entzündung bei APOE3/E3-Trägern einen eigenständigen Alzheimer-Entstehungsweg darstellen, deutet dies auf einen veränderbbaren, ernährungs- und lebensstilbezogenen Risikofaktor für diese Untergruppe hin.

Zusammenfassung

Die Forscher maßen das Lipopolysaccharid-bindende Protein (LBP), einen Marker für die Darmpermeabilität und die Exposition gegenüber bakteriellen Endotoxinen, in der Dichtefraktion von 1,21–1,25 g/ml des Plasmas (angereichert mit aus dem Darm stammendem HDL) von 79 Teilnehmern: APOE3/E3-Träger (20 mit AD, 20 Kontrollpersonen) und APOE3/E4-Träger (19 mit AD, 20 Kontrollpersonen). Die LBP-Konzentrationen wurden mittels ELISA gemessen und mit kognitiven und klinischen Endpunkten korreliert.

Wichtigste Ergebnisse

  • LBP war in der Dichtefraktion von 1,21–1,25 g/ml im Plasma (in Verbindung mit aus dem Darm stammendem HDL) signifikant angereichert.
  • Insgesamt wiesen AD-Patienten einen signifikant höheren LBP-Index auf als die Kontrollgruppe (0,96 vs. 1,57, p = 0,018), wobei sich die Signifikanz nach Bereinigung um Kovariaten abschwächte (p = 0,147).
  • Bei Stratifizierung nach APOE-Genotyp wiesen AD-Patienten mit APOE3/E3 einen signifikant höheren LBP-Wert auf als APOE3/E3-Kontrollpersonen (0,82 vs. 1,83), was auch nach Bereinigung signifikant blieb (p = 0,049).
  • Zwischen AD-Patienten mit APOE3/E4 und den Kontrollpersonen wurde kein signifikanter Unterschied im LBP-Wert festgestellt (p = 0,815 unbereinigt, p = 0,565 bereinigt).
  • Der LBP-Index korrelierte negativ mit dem verbalen Gedächtnisscore (R = −0,42, p < 0,001) und positiv mit der Summe der Boxen des Clinical Dementia Rating (R = 0,37, p = 0,002).
  • Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem LBP und dem Volumen der Hyperintensitäten in der weißen Substanz festgestellt.
  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Darmpermeabilität/Endotoxämie insbesondere bei Personen mit genetisch geringem Risiko (APOE3/E3) ein entscheidenderer Auslöser für AD sein könnte als bei APOE4-Trägern, bei denen das genetische Risiko möglicherweise dominiert.

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Zitat

Romo EZ, Hong BV, Patel RY, Agus JK, Harvey DJ, Maezawa I, Jin L-W, Lebrilla CB, Zivkovic AM (2024). Elevated lipopolysaccharide binding protein in Alzheimer’s disease patients with APOE3/E3 but not APOE3/E4 genotype. Front. Neurol. 15:1408220. doi: 10.3389/fneur.2024.1408220

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