Die Darmpermeabilität und das Eindringen bakterieller Endotoxine (LPS) in den Blutkreislauf werden zunehmend mit chronischen Entzündungen und Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht. Bislang hatte jedoch noch keine Studie untersucht, ob der stärkste bekannte genetische Risikofaktor für Alzheimer – der APOE-Genotyp – diesen Zusammenhang zwischen Darmpermeabilität und Alzheimer beeinflusst. Dies zu verstehen ist von entscheidender Bedeutung, da APOE4-Träger bereits ein 4- bis 12-mal höheres genetisches Risiko aufweisen, während APOE3/E3-Träger (mit geringerem genetischen Risiko) Alzheimer möglicherweise über andere Wege entwickeln, beispielsweise durch eine vom Darm ausgehende Entzündung. Sollte eine durch LBP ausgelöste Entzündung bei APOE3/E3-Trägern einen eigenständigen Alzheimer-Entstehungsweg darstellen, deutet dies auf einen veränderbbaren, ernährungs- und lebensstilbezogenen Risikofaktor für diese Untergruppe hin.
Die Forscher maßen das Lipopolysaccharid-bindende Protein (LBP), einen Marker für die Darmpermeabilität und die Exposition gegenüber bakteriellen Endotoxinen, in der Dichtefraktion von 1,21–1,25 g/ml des Plasmas (angereichert mit aus dem Darm stammendem HDL) von 79 Teilnehmern: APOE3/E3-Träger (20 mit AD, 20 Kontrollpersonen) und APOE3/E4-Träger (19 mit AD, 20 Kontrollpersonen). Die LBP-Konzentrationen wurden mittels ELISA gemessen und mit kognitiven und klinischen Endpunkten korreliert.
Romo EZ, Hong BV, Patel RY, Agus JK, Harvey DJ, Maezawa I, Jin L-W, Lebrilla CB, Zivkovic AM (2024). Elevated lipopolysaccharide binding protein in Alzheimer’s disease patients with APOE3/E3 but not APOE3/E4 genotype. Front. Neurol. 15:1408220. doi: 10.3389/fneur.2024.1408220