Die Lungenfibrose (PF) ist eine fortschreitende, irreversible und lebensbedrohliche Lungenerkrankung mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. In dieser Übersichtsarbeit wird die PF nicht als rein lokale Lungenerkrankung betrachtet, sondern als eine Erkrankung, die stark von der mikrobiellen Achse zwischen Darm und Lunge beeinflusst wird. Das Verständnis dieser bidirektionalen Beziehung eröffnet neue diagnostische (mikrobielle Biomarker) und therapeutische (auf die Mikrobiota ausgerichtete) Ansätze für eine Erkrankung, für die es derzeit nur wenige wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Die Übersichtsarbeit fasst klinische und präklinische Erkenntnisse zusammen, die zeigen, dass Patienten mit PF (idiopathische Lungenfibrose, Silikose, Pneumokoniose der Kohlebergarbeiter) eine verminderte mikrobielle Vielfalt in der Lunge und eine veränderte Zusammensetzung der Darmmikrobiota aufweisen. Es werden fünf zentrale Mechanismen identifiziert, die eine Dysbiose der Mikrobiota mit dem Fortschreiten der Fibrose in Verbindung bringen: Immundysregulation, Funktionsstörung der Darm-Lungen-Barriere, epitheliale-mesenchymale Transition (EMT) vom Typ 2, Modulation der Autophagie und durch Corisin-Peptide vermittelte Apoptose der Alveolarepithelzellen…
Yang J, Wang J, Li J and Yang S (2025). Lung-gut axis, intestinal microbiota, and pulmonary fibrosis: mechanisms and therapeutic potential. Front. Microbiol. 16:1711299. doi: 10.3389/fmicb.2025.1711299