Curcumin ist der biologisch aktive Bestandteil von Kurkuma und wird aufgrund seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften sowie seiner potenziellen gesundheitlichen Wirkungen in verschiedenen Bereichen intensiv erforscht. Ein wichtiger Forschungsbereich beschäftigt sich mit der geringen Bioverfügbarkeit von Curcumin und damit, wie Darmbakterien Curcumin in bioaktive Substanzen, darunter Tetrahydrocurcumin, umwandeln können. Milchsäurebakterien wie Bifidobacterium und Lactobacillus können bei dieser Umwandlung eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig kann Curcumin als Präbiotikum wirken und möglicherweise den Anteil dieser Bakterien erhöhen. Dieses Zusammenspiel zwischen Kurkuma, Curcumin und der Darmmikrobiota könnte ein wichtiger Teil der Erklärung für die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Curcumin sein. Möchtest du mehr über deine Lactobacillus- und Bifidobacterium-Werte erfahren? Unser Darmmikrobiota-Test ist bald wieder da. Bleib dran!
Curcumin hat in den vergangenen Jahren große Aufmerksamkeit in der Forschung erhalten. Das Interesse an den therapeutischen Wirkungen von Curcumin beruht unter anderem auf seinen antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften sowie auf seinen nachgewiesenen positiven Effekten bei verschiedenen Krebsarten.
Doch was ist eigentlich der Zusammenhang zwischen Kurkuma, Curcumin und Gesundheit?
In diesem Artikel geht es um den Wirkstoff Curcumin in Kurkuma, seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile und darum, wie Darmbakterien Curcumin in bioaktive Substanzen umwandeln können.
Was ist Kurkuma?
Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse und ist an seiner intensiv gelben Farbe zu erkennen, die auf den Wirkstoff Curcumin zurückzuführen ist.
Kurkuma besteht zu etwa 5 % aus Curcumin, das als biologisch aktiver Bestandteil von Kurkuma gilt.
Curcumin wird in Ostasien seit Jahrhunderten als Naturheilmittel zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt und findet aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften zunehmend auch in der westlichen Welt Verwendung.
Welche gesundheitlichen Vorteile hat das Curcumin in Kurkuma?
Curcumin hat bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden positive Wirkungen gezeigt.
Allergien
Die antiallergischen Eigenschaften von Curcumin werden mit der Hemmung der Histaminfreisetzung aus Mastzellen in Verbindung gebracht.
Gelenkentzündungen
Es gibt vielversprechende Hinweise darauf, dass 1.000 mg Curcumin täglich über einen Zeitraum von 8–12 Wochen dazu beitragen können, Schmerzen und Entzündungen bei Arthritis, insbesondere Arthrose, zu reduzieren.
Darmentzündungen

Forschungen haben gezeigt, dass Curcumin dazu beitragen kann, die bei entzündlichen Darmerkrankungen beteiligte Entzündungsreaktion zu reduzieren und dadurch die Funktion der Darmbarriere zu verbessern.
Arteriosklerose
Studien deuten darauf hin, dass Curcumin der Entwicklung von Arteriosklerose, also der Verengung bzw. Verstopfung von Arterien, entgegenwirken kann. Arteriosklerose ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Alterungsprozesse
Curcumin besitzt starke antioxidative Eigenschaften und kann dadurch die Bildung freier Radikale hemmen.
Dies bietet das Potenzial, Alterungsprozesse zu verlangsamen, indem die Zellen vor Schäden geschützt werden. Kurkuma kann außerdem das Wachstum neuer Zellen fördern.
Krebs
Curcumin kann verschiedene Signalwege beeinflussen und Zellproliferation, Invasion und Metastasierung hemmen.
In Tierversuchen konnte Curcumin direkt oder indirekt verschiedene Gene bzw. Genprodukte beeinflussen, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind.
Klinische Studien haben vielversprechende Effekte bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gezeigt. Weitere klinische Studien sind jedoch erforderlich, um die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten von Curcumin bei Krebs zu untersuchen.
Metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes
Die meisten Studien deuten darauf hin, dass Curcumin positive Auswirkungen auf Fettleibigkeit und Insulinresistenz sowie auf verschiedene Komplikationen haben kann, die mit diesen Erkrankungen einhergehen können.
Warum ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin wichtig?
Die pharmakologische Wirkung von Curcumin wurde diskutiert, da der Wirkstoff grundsätzlich nur in sehr geringem Umfang aus dem Darm aufgenommen wird.
Um die Bioverfügbarkeit von Curcumin zu erhöhen, wurde daher unter anderem die Zugabe von Substanzen wie Piperin, einem Alkaloid aus schwarzem Pfeffer, untersucht.
Piperin kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin um 2.000 % erhöhen.
Deshalb findet man beispielsweise häufig frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer in Rezepten für Kurkuma-Shots. Ziel ist es, die Bioverfügbarkeit von Kurkuma zu erhöhen.
Wie kann die Darmmikrobiota Curcumin umwandeln?
Da die Einnahme von Curcumin trotz seiner geringen Bioverfügbarkeit positive gesundheitliche Wirkungen gezeigt hat, untersuchte eine italienische Forschungsgruppe, ob Curcumin mithilfe von Darmbakterien im Darm in bioaktive Substanzen umgewandelt werden kann – also ohne die Zugabe von schwarzem Pfeffer.
Die Forschungsgruppe zeigte, dass Darmbakterien Curcumin in verschiedene biologisch aktive Substanzen umwandeln können, darunter Tetrahydrocurcumin.
Tetrahydrocurcumin zeigte stärkere antioxidative Wirkungen als die ursprüngliche Form von Curcumin, die sogenannte Ausgangs- bzw. Muttersubstanz.
Welche Bakterien können Curcumin umwandeln?
Interessanterweise wurde gezeigt, dass verschiedene Milchsäurebakterien Curcumin in aktive Biomoleküle wie Tetrahydrocurcumin umwandeln können.
Dazu gehören beispielsweise:
- Bifidobacterium longum
- Bifidobacterium pseudocatenulatum
- Lactobacillus acidophilus
- Lactobacillus casei
Diese Milchsäurebakterien kommen unter anderem in folgenden Lebensmitteln und Produkten vor:
Lebensmittel | Beispiele |
Fermentierte Milchprodukte | Filmjölk, Joghurt und Kefir |
Fermentierte Lebensmittel | Fermentiertes Gemüse und Kombucha |
Nahrungsergänzungsmittel | Milchsäurebakterien in Kapseln oder Kautabletten |
Können Curcumin und Milchsäurebakterien synergistisch wirken?
In einer Studie mit Mäusen stellten Forschende fest, dass die antiallergische Wirkung von Lactobacillus rhamnosus bei gleichzeitiger Gabe von Kurkuma (Curcumin) zunahm und die allergische Entzündung zusätzlich reduziert wurde.
Man kann hier grundsätzlich von einem synbiotischen Effekt sprechen.
Der Zusammenhang zwischen Curcumin und der Darmmikrobiota könnte außerdem dazu beitragen, das sogenannte Paradoxon zwischen der geringen systemischen Bioverfügbarkeit von Curcumin und seinen beschriebenen pharmakologischen Wirkungen zu erklären.
In diesem Fall wandelt die Darmmikrobiota Curcumin in die bioaktive Substanz Tetrahydrocurcumin um, vermutlich aber auch in bis zu 20 weitere bioaktive Substanzen, die durch die Umwandlung von Curcumin durch Darmbakterien entstehen.
Kann Curcumin als Präbiotikum wirken?
Neuere Forschung hat gezeigt, dass Curcumin als Präbiotikum wirken kann, also als Substrat für den Stoffwechsel von Bakterien.
Dies kann dazu beitragen, den Anteil gesundheitsfördernder Bakterien zu erhöhen, insbesondere von Bakterien aus den Familien Bifidobacterium und Lactobacillus.
Das ist besonders interessant, da Bifidobacterium- und Lactobacillus-Bakterien nachweislich eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Curcumin in den stärker wirksamen Metaboliten Tetrahydrocurcumin spielen.
Kurkuma, Curcumin und die Darmmikrobiota
Der Zusammenhang lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Kurkuma → Curcumin → Darmbakterien → bioaktive Metaboliten
Gleichzeitig kann Curcumin bestimmten Bakterien als Substrat dienen und zu einem höheren Anteil bestimmter gesundheitsfördernder Bakterien beitragen.
Dadurch wird das Zusammenspiel zwischen Curcumin und der Darmmikrobiota zu einem interessanten Forschungsgebiet im Bereich der Darmgesundheit.
