Der Großteil der PCOS-Forschung konzentriert sich auf den hyperandrogenen Phänotyp, während der nicht-hyperandrogene (Nicht-HA-)Phänotyp – der insbesondere bei chinesischen Frauen mit anovulatorischer Unfruchtbarkeit häufig auftritt – bislang kaum erforscht ist. Diese Studie untersucht, ob ein aus dem Darmmikrobiom stammender Metabolit, TMAO, als neuartiger Biomarker dienen könnte, der eine Verbindung zwischen Darmdysbiose, einer low-grade Entzündung und der PCOS-Pathogenese in dieser bisher wenig erforschten Untergruppe herstellt und damit möglicherweise neue diagnostische und therapeutische Wege eröffnet.
Die Forscher verglichen 27 PCOS-Patientinnen ohne Hyperandrogenismus (PCOS-N) mit 23 Nicht-PCOS-Kontrollpersonen, die wiederum in die Untergruppen „normalgewichtig“ und „adipös“ unterteilt wurden. Sie bestimmten die TMAO-Plasmaspiegel, Entzündungsmarker (mittels des LEGENDplex-Durchflusszytometrie-Panels) sowie Stoffwechselindizes (HOMA-IR, FINS, FBG, Lipidprofil). TMAO wurde mittels LC-MS/MS quantifiziert. Die Studie ergab, dass die TMAO-Spiegel bei PCOS-N-Patientinnen, insbesondere in der adipösen Untergruppe, signifikant erhöht waren und mit ausgewählten inflammatorischen Zytokinen sowie dem BMI korrelierten. Mittels logistischer Regression wurden TMAO und das LH/FSH-Verhältnis als unabhängige Prädiktoren für das PCOS-Risiko identifiziert.
Huang J, Liu L, Chen C, Gao Y. PCOS without hyperandrogenism is associated with higher plasma Trimethylamine N-oxide levels. BMC Endocr Disord. 2020;20:3. https://doi.org/10.1186/s12902-019-0486-9