AngststörungDarm-Hirn-AchseDarmmikrobiomDarmpermeabilitätDepression

Eine erhöhte Durchlässigkeit der menschlichen Darmbarriere – gemessen anhand der Plasma-Biomarker Zonulin und FABP2 – korrelierte mit LPS-Konzentrationen im Plasma und einer veränderten Darmmikrobiomzusammensetzung bei Angstzuständen oder Depressionen.

Warum dies für Ihre Darmgesundheit wichtig ist

Angstzustände und Depressionen sind häufige Begleiterkrankungen bei gastroenterologischen Patienten, werden jedoch oft nicht offengelegt oder übersehen, insbesondere wenn die Patienten keine offensichtlichen körperlichen gastrointestinalen Symptome berichten. Diese Studie schließt eine Lücke in der bisherigen Forschung (in der die Dysfunktion der Darmbarriere und die Mikrobiota getrennt untersucht wurden), indem sie einen direkten Zusammenhang zwischen einer Darmdysbiose und der Permeabilität der Darmbarriere einerseits und dem psychischen Gesundheitszustand andererseits herstellt – selbst bei körperlich asymptomatischen Personen. Dies deutet darauf hin, dass der Darm ein neues therapeutisches Ziel für die Behandlung von Angstzuständen und … sein könnte.

Zusammenfassung

Die Forscher analysierten Stuhlmikrobiota- und Plasmaproben von 50 Probanden, die körperlich keine Symptome einer Magen-Darm-Erkrankung aufwiesen – 22 erfüllten die DSM-5-Kriterien für eine depressive oder Angststörung (DEP/ANX) und 28 waren gesunde Kontrollpersonen (NODEPANX). Mithilfe von LEfSe- und PICRUSt-Analysen stellten sie in der DEP/ANX-Gruppe eine signifikante Darmdysbiose und veränderte metagenomische Gensignaturen (einschließlich überrepräsentierter LPS-Biosynthesegene) fest. Die Plasma-Biomarker für die Integrität der Darmbarriere – Zonulin, FABP2 und LPS – waren in der DEP/ANX-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe alle signifikant erhöht, was die Hypothese stützt, dass eine Darmdysbiose und eine erhöhte Darmpermeabilität unabhängig von gastrointestinalen Symptomen mit Angstzuständen und Depressionen zusammenhängen.

Wichtigste Ergebnisse

  • Bei den DEP/ANX-Probanden zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Darmdysbiose (gemäß LEfSe-Analyse).
  • Die PICRUSt-Analyse ergab eine Überrepräsentation von Genen der LPS-Biosynthese sowie gestörte Stoffwechselwege für Neurotransmitter und Mucin in den Mikrobiomen der DEP/ANX-Probanden.
  • Der LPS-Spiegel im Plasma war bei den DEP/ANX-Probanden im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher (p = 0,014).
  • Der Zonulin-Spiegel im Plasma war bei den DEP/ANX-Probanden im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher (p < 0,001).
  • Der FABP2-Spiegel im Plasma war bei den DEP/ANX-Probanden im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher (p = 0,032).
  • Dies wird als erste Studie beschrieben, die eine Darmdysbiose mit einer „dreiteiligen“ Biomarker-Signatur (Zonulin, FABP2, LPS) für eine erhöhte Darmpermeabilität speziell bei DEP/ANX-Patienten ohne gastrointestinale Symptome in Zusammenhang bringt.
  • Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass der Darm ein potenzielles neues Ziel für die Behandlung von Angstzuständen und Depressionen darstellt.

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Zitat

Stevens BR, Goel R, Seungbum K, Richards EM, Holbert RC, Pepine CJ, Raizada MK. Increased human intestinal barrier permeability plasma biomarkers zonulin and FABP2 correlated with plasma LPS and altered gut microbiome in anxiety or depression. Gut. 2018 Aug;67(8):1555-1557. doi:10.1136/gutjnl-2017-314759.

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