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Bakterielle Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO) und zwölf Gruppen verwandter Erkrankungen – Aktueller Wissensstand

Warum dies für Ihre Darmgesundheit wichtig ist

SIBO wird außerhalb der Gastroenterologie häufig nicht ausreichend erkannt, doch immer mehr Belege deuten darauf hin, dass es mit Erkrankungen in nahezu allen Organsystemen in Zusammenhang steht. Diese Übersichtsarbeit fasst verstreute Forschungsergebnisse in einem einheitlichen Rahmen zusammen und hilft Ärzten verschiedener Fachrichtungen (Endokrinologie, Kardiologie, Dermatologie, Neurologie, Onkologie usw.) zu erkennen, wann SIBO die Erkrankung eines Patienten möglicherweise verschlimmert oder begünstigt, was eine frühzeitigere Diagnose und eine gezieltere Behandlung ermöglicht.

Zusammenfassung

Dies ist eine umfassende Literaturübersicht, die den Zusammenhang zwischen der bakteriellen Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO) – einer Erkrankung, die durch eine übermäßige bzw. veränderte bakterielle Besiedelung des Dünndarms gekennzeichnet ist – und zwölf großen Krankheitsgruppen untersucht. Durchsucht wurden die Datenbanken PubMed, Science Direct, Web of Science, EMBASE und Medline (1991–2023). Der Artikel beschreibt die Pathophysiologie von SIBO, diagnostische Methoden (Atemtest, Kultur von Jejunum-Aspiraten, 16S-rRNA-Sequenzierung) und Behandlungsansätze (Antibiotika wie Rifaximin, Ernährungsumstellungen wie die Low-FODMAP-Diät, Stuhltransplantation, Probiotika) und gibt anschließend einen systematischen Überblick über die Evidenz, die SIBO mit den einzelnen Krankheitsgruppen in Verbindung bringt.

Wichtigste Ergebnisse

  • Gruppe 1 (Magen-Darm-Erkrankungen) weist den stärksten und am besten dokumentierten Zusammenhang mit SIBO auf – dazu gehören das Reizdarmsyndrom (IBS) (51,7 % Ko-Auftreten), Morbus Crohn (Prävalenz 25–88 %), Colitis ulcerosa, Zöliakie, NAFLD, Leberzirrhose (Prävalenz > 50 %) und Pankreatitis.
  • Gruppe 2 (Autoimmunerkrankungen – Systemische Sklerose): SIBO tritt hier zehnmal häufiger auf als bei gesunden Kontrollpersonen.
  • Gruppe 3 (Kardiovaskulär): Im Zusammenhang mit dem Schweregrad der Herzinsuffizienz, tiefer Venenthrombose, koronarer Herzkrankheit und subklinischer Atherosklerose.
  • Gruppe 4 (Stoffwechsel): Starker Zusammenhang mit Diabetes (Typ 1, 2 und Schwangerschaftsdiabetes), Hyperlipidämie (Prävalenz von 78,9 %) und Adipositas (2- bis 3-fach erhöhtes Risiko).
  • Gruppe 5 (Endokrinologie): >50 % der Patienten mit Hypothyreose leiden an SIBO.
  • Gruppe 6 (Nephrologie): Von Bedeutung bei chronischer Nierenschädigung; Daten zur akuten Nierenschädigung sind noch begrenzt.
  • Gruppe 7 (Dermatologie): Bei Akne rosacea liegt die SIBO-Prävalenz bei ~46 %, wobei die Symptome nach der Eradikation abklingen; der Zusammenhang mit Psoriasis ist unklar.
  • Gruppe 8 (Neurologisch): Bei Alzheimer (~48 %) und der Parkinson-Krankheit (~46 %) zeigen sich auffällige Zusammenhänge; bei Multipler Sklerose ist weiterer Forschungsbedarf gegeben.
  • Gruppe 9 (Entwicklungsstörungen): Bei Autismus-Spektrum-Störungen liegt die SIBO-Prävalenz bei 31 % und korreliert mit dem Schweregrad der Symptome.
  • Gruppe 10 (Psychische Störungen): Depressionen, Angstzustände und Stress stehen über einen veränderten Tryptophan-/Serotonin-Stoffwechsel in Zusammenhang.
  • Gruppe 11 (Genetisch bedingt): Mukoviszidose (Prävalenz ca. 31–56 %); das familiäre Mittelmeerfieber beeinflusst das Ansprechen auf Colchicin.
  • Gruppe 12 (Magen-Darm-Krebserkrankungen): Assoziiert mit Pankreas- und Gallengangskrebs

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Zitat

Roszkowska, P.; Klimczak, E.; Ostrycharz, E.; Rączka, A.; Wojciechowska-Koszko, I.; Dybus, A.; Cheng, Y.-H.; Yu, Y.-H.; Mazgaj, S.; Hukowska-Szematowicz, B. Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO) and Twelve Groups of Related Diseases—Current State of Knowledge. Biomedicines 2024, 12, 1030.

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