SIBO wird außerhalb der Gastroenterologie häufig nicht ausreichend erkannt, doch immer mehr Belege deuten darauf hin, dass es mit Erkrankungen in nahezu allen Organsystemen in Zusammenhang steht. Diese Übersichtsarbeit fasst verstreute Forschungsergebnisse in einem einheitlichen Rahmen zusammen und hilft Ärzten verschiedener Fachrichtungen (Endokrinologie, Kardiologie, Dermatologie, Neurologie, Onkologie usw.) zu erkennen, wann SIBO die Erkrankung eines Patienten möglicherweise verschlimmert oder begünstigt, was eine frühzeitigere Diagnose und eine gezieltere Behandlung ermöglicht.
Dies ist eine umfassende Literaturübersicht, die den Zusammenhang zwischen der bakteriellen Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO) – einer Erkrankung, die durch eine übermäßige bzw. veränderte bakterielle Besiedelung des Dünndarms gekennzeichnet ist – und zwölf großen Krankheitsgruppen untersucht. Durchsucht wurden die Datenbanken PubMed, Science Direct, Web of Science, EMBASE und Medline (1991–2023). Der Artikel beschreibt die Pathophysiologie von SIBO, diagnostische Methoden (Atemtest, Kultur von Jejunum-Aspiraten, 16S-rRNA-Sequenzierung) und Behandlungsansätze (Antibiotika wie Rifaximin, Ernährungsumstellungen wie die Low-FODMAP-Diät, Stuhltransplantation, Probiotika) und gibt anschließend einen systematischen Überblick über die Evidenz, die SIBO mit den einzelnen Krankheitsgruppen in Verbindung bringt.
Roszkowska, P.; Klimczak, E.; Ostrycharz, E.; Rączka, A.; Wojciechowska-Koszko, I.; Dybus, A.; Cheng, Y.-H.; Yu, Y.-H.; Mazgaj, S.; Hukowska-Szematowicz, B. Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO) and Twelve Groups of Related Diseases—Current State of Knowledge. Biomedicines 2024, 12, 1030.