Typ-2-Diabetes (T2DM) birgt ein bekanntes Risiko für kognitiven Verfall, doch es gibt keinen zuverlässigen Frühbiomarker, der anzeigt, welche Diabetespatienten auf eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) zusteuern, bevor diese sich weiter verschlimmert. TMAO – ein aus der Darmmikrobiota stammender Metabolit, der bereits mit Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht wird – war bislang noch nie auf seinen Zusammenhang mit der kognitiven Leistungsfähigkeit bei Diabetikern untersucht worden. Seine Identifizierung als Marker könnte den Weg für eine frühzeitigere Vorsorge und möglicherweise auf die Darmmikrobiota ausgerichtete Maßnahmen zum Schutz der Gehirngesundheit bei Diabetespatienten ebnen.
In der Studie wurden die TMAO-Spiegel im Serum von 253 hospitalisierten Patienten mit Typ-2-Diabetes (74 mit MCI, 179 ohne) und 150 gesunden Kontrollpersonen in Shanghai verglichen, wobei der kognitive Status anhand der MoCA-Punktzahl und die TMAO-Konzentration mittels HPLC-MS/MS bestimmt wurden. Die Diabetespatienten wiesen deutlich höhere TMAO-Spiegel auf als die gesunden Kontrollpersonen, und innerhalb der Diabetesgruppe hatten die Patienten mit MCI noch höhere TMAO-Spiegel als diejenigen ohne MCI. Statistische Modellierungen zeigten, dass TMAO neben Bildungsniveau, Diabetesdauer, Hyperlipidämie und Entzündung (hs-CRP) ein unabhängiger Prädiktor für das Risiko einer MCI war.
Xu N, Wan J, Wang C, Liu J, Qian C, Tan H. Increased Serum Trimethylamine N-Oxide Level in Type 2 Diabetic Patients with Mild Cognitive Impairment. Diabetes Metab Syndr Obes. 2022;15:2197–2205.