Präeklampsie (PE) ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen und Todesfälle bei Müttern, Föten und Neugeborenen und betrifft 2–5 % aller Schwangerschaften. Die Darmmikrobiota und ihre Metaboliten werden zunehmend als Mitverursacher von PE anerkannt, doch lagen bislang nur begrenzte Daten zum TMAO (einem aus Darmmikroben stammenden Metaboliten, der bereits mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird) während der Schwangerschaft vor. Diese Studie trägt dazu bei, zu klären, ob TMAO eine Rolle bei der Auslösung von PE oder bei deren Verschlimmerung im Verlauf der Erkrankung spielt, was Aufschluss für zukünftige Überwachungs- oder Interventionsstrategien geben könnte.
Im Rahmen dieser prospektiven, verschachtelten Fall-Kontroll-Studie (September 2017–Dezember 2018) in einem Krankenhaus in Changsha, China, wurden die TMAO-Plasmaspiegel bei 264 Schwangeren (17 mit früh einsetzender Präeklampsie, 49 mit spät einsetzender Präeklampsie, 198 gesunde Kontrollpersonen) zu zwei Zeitpunkten gemessen: im zweiten Trimester (15.–23. Woche) und bei der Entbindung. Bei den meisten Probandinnen stiegen die TMAO-Spiegel vom zweiten Trimester bis zur Entbindung deutlich an, doch die Werte zu diesen beiden Zeitpunkten korrelierten nicht stark miteinander. Der TMAO-Spiegel im zweiten Trimester stand in keinem Zusammenhang mit dem Risiko für eine Präeklampsie, während der TMAO-Spiegel zum Zeitpunkt der Entbindung stark mit einer Präeklampsie assoziiert war, insbesondere mit einer früh einsetzenden und einer schweren Präeklampsie.
Huang, X., Li, Z., Gao, Z., Wang, D., Li, X., Li, Y., Mi, C., & Lei, J. (2020). Association between risk of preeclampsia and maternal plasma trimethylamine-N-oxide in second trimester and at the time of delivery. BMC Pregnancy and Childbirth, 20, 302.